25 April 2026, 08:43

Atomausstieg ohne neue Kohlekraftwerke: Was die Zahlen verraten

Balkendiagramm, das den Stromertrag aus Wind- und Solarenergie in Deutschland vergleicht, mit begleitendem erklärendem Text.

Atomausstieg ohne neue Kohlekraftwerke: Was die Zahlen verraten

Deutschlands Energiewende weg von der Atomkraft wirft Fragen zur Rolle der Kohle auf

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Die Abkehr von der Kernenergie in Deutschland hat Debatten über die Bedeutung der Kohle im Übergang ausgelöst. Manche behaupteten, neue Kohlekraftwerke seien gebaut worden, um die wegfallenden Atomkapazitäten nach dem Ausstiegsbeschluss von 2011 zu ersetzen. Doch eine Untersuchung von Craig Morris zeichnet ein anderes Bild.

Die Ergebnisse zeigen: Seit 2009 wurden keine neuen Kohleprojekte mehr genehmigt, und viele ältere Pläne sind inzwischen gestoppt oder ganz verworfen worden.

2011 beschloss Deutschland, bis 2022 aus der Kernenergie auszusteigen. Kritiker warnten vor einem Anstieg der Kohleverstromung. Morris' Recherche fand jedoch keine Belege dafür, dass neue Kohlekraftwerke als direkte Reaktion auf den Atomausstieg gebaut wurden.

Die letzte Genehmigung für ein Kohlekraftwerksblock wurde 2009 für Block 9 in Mannheim erteilt. Seither gab es keine neuen Bewilligungen. Die beiden Kohlekraftwerke, die im vergangenen Herbst in Betrieb gingen, hatten ihre Genehmigungen bereits 2005 und 2006 erhalten. Die acht weiteren Anlagen, die kurz vor der Fertigstellung stehen, befanden sich alle bereits 2009 im Bau.

Seit dem Atomausstieg wurden sechs Kohleprojekte aufgegeben. Angesichts der aktuellen Energiepreise ruhen alle verbleibenden Pläne für konventionelle Kohlekraft. Experten gehen davon aus, dass sich Kohleverstromung in Deutschland bald nicht mehr rechnen wird.

Der Bau eines Kohlekraftwerks dauert in der Regel fünf Jahre. Neue Kohlekapazitäten, die mit dem Atomausstieg von 2011 in Verbindung stünden, wären demnach frühestens 2016 entstanden. Stattdessen setzt Deutschland auf Erdgas und erneuerbare Energien – besonders dann, wenn ambitionierte CO₂-Handelsregelungen eingeführt werden.

Die Untersuchung bestätigt, dass keine neuen Kohlekraftwerke wegen des Atomausstiegs in Angriff genommen wurden. Die bestehenden Projekte waren bereits vor 2011 in Planung. Ohne neue Genehmigungen seit 2009 und bei mehreren Projektstornierungen scheint sich der Kohleausbau in Deutschland zu verlangsamen.

Falls der CO₂-Handel verschärft wird, könnte sich der Energiemix des Landes bis 2016 noch stärker in Richtung Gas und Erneuerbare verschieben.

Quelle