31 March 2026, 00:31

Agrivoltaik-Projekt in Brandenburg scheitert an behördlichen Hürden und EU-Bürokratie

Luftaufnahme eines großen Gebäudes mit Solarmodulen auf dem Dach, umgeben von Fahrzeugen, Bäumen, Gras und Pfählen, mit Hügeln und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Agrivoltaik-Projekt in Brandenburg scheitert an behördlichen Hürden und EU-Bürokratie

Agrivoltaik-Anlage in Südbrandenburg bleibt wegen regulatorischer Verzögerungen vom Netz getrennt

Eine von Energeno errichtete Agrivoltaik-Anlage in Südbrandenburg kann aufgrund behördlicher Verzögerungen weiterhin nicht ans Stromnetz angeschlossen werden. Die Anlage mit einer Kapazität von knapp einem Megawatt sollte eigentlich bis Ende 2024 in Betrieb gehen. Ihre Inbetriebnahme hängt nun von der Zustimmung der Europäischen Kommission zu Deutschlands Solarpaket 1 ab, das höhere Einspeisevergütungen für solche Systeme vorsieht.

Energeno hatte das Projekt in der Erwartung geplant, dass die Einspeisevergütung für Agrivoltaik-Anlagen um 2,5 Cent pro Kilowattstunde steigen würde. Ohne diesen Anreiz räumt das Unternehmen ein, dass die Anlage möglicherweise gar nicht entstanden wäre – oder in einer anderen Form. Die Verzögerung hat bereits zu finanziellen Belastungen geführt: Die Finanzierungskosten steigen, und entgangene Einnahmen belasten die Bilanz. Allein in der ersten Jahreshälfte 2024 hätte die Anlage rund 465.000 Kilowattstunden Strom erzeugen können – bei der aktuellen Vergütung etwa 35.000 Euro oder fast 45.000 Euro mit dem höheren Satz.

Die Europäische Kommission hat noch keinen Entscheidungszeitraum festgelegt und behält sich vor, mögliche Änderungen rückwirkend anzuwenden. Gleichzeitig könnten neue Regelungen im Rahmen des Solarspitzenlast-Gesetzes die Erträge von Energeno weiter schmälern, indem sie die Einnahmen in Phasen negativer Großhandelstrompreise kürzen. Brüssel kritisiert, dass das deutsche Wirtschaftsministerium keine Rückforderungsmechanismen wie Contracts for Difference eingeführt hat, um die Subventionskosten zu begrenzen.

Die geplante Erhöhung der Einspeisevergütung betrifft auch gewerbliche Dachsolaranlagen, doch die Unsicherheit hat zahlreiche Projekte in der Schwebe gelassen. Der Fall Energeno zeigt die weitreichenden Folgen regulatorischer Blockaden: Entwickler sehen sich mit Verzögerungen und finanziellen Risiken konfrontiert, während sie auf die Freigabe warten.

Der Netzanschluss der Agrivoltaik-Anlage bleibt so lange ausgesetzt, bis Brüssel den höheren Tarifen grünes Licht gibt. Bei einer Genehmigung würden die neuen Sätze die Erträge steigern und ähnliche Projekte in ganz Deutschland fördern. Bis dahin müssen Unternehmen wie Energeno finanzielle Rückschläge und operative Verzögerungen bewältigen.

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