AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei
In der baden-württembergischen Landesverbands der Alternative für Deutschland (AfD) sind interne Spannungen eskaliert, nachdem zwei interne Beschwerdebriefe gegen die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet wurden. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe der Machtkonzentration, finanzieller Misswirtschaft und einer Abkehr von den demokratischen Wurzeln der Partei. Langjährige Mitglieder haben die Führung mittlerweile öffentlich für ihr Vorgehen in inneren Angelegenheiten kritisiert.
Der erste Brief stammt von Rüdiger Klos, einem Gründungsmitglied des AfD-Landesverbands und ehemaligem Landtagsabgeordneten von 2011 bis 2021. Zwischen 2015 und 2017 fungierte er als stellvertretender Landessprecher, bevor er von diesem Amt zurücktrat. In seiner Beschwerde wirft Klos der Landesführung vor, abweichende Meinungen durch Parteiausschlussverfahren zum Schweigen zu bringen. Die Methoden verglich er mit „Säuberungen, wie sie an totalitäre Regime erinnern“, und „innerparteilichen Manövern im Stil Goebbels’“. Zudem warnte er, die aktuellen Funktionäre seien „offensichtlich inkompetent“ – ein möglicher Regierungseintritt der Partei würde „Chaos für Deutschland“ bedeuten.
Der zweite, sechs Seiten umfassende Brief wurde von Mitgliedern zweier Kreisverbände aus Südwest-Baden-Württemberg unterzeichnet. Sie prangern eine „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“ an und beklagen die Wandlung „von einer Basisdemokratie zu einer autokratischen Funktionärspartei“. Die Gruppe fordert eine unabhängige Prüfung der Landesfinanzen, darunter auch eine Überprüfung des umstrittenen Ludwigsburger Erbes – ein seit Langem umkämpftes Vermögenswert innerhalb der Partei.
Trotz der massiven Kritik sicherte sich der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier auf einem jüngsten Parteitag die Wiederwahl. Mit über 91 Prozent der Stimmen erreichte er die höchste jemals erzielte Zustimmung für einen AfD-Landeschef in der Region.
Die Briefe offenbaren tiefe Gräben im baden-württembergischen AfD-Verband, wo sich Veteranen offen gegen die Transparenz und Entscheidungsfindung der Führung stellen. Zwar deutet Frohnmaiers deutlicher Wahlsieg auf starke interne Unterstützung hin, doch die Forderungen nach Finanzprüfungen und Reformen zeigen, dass die Konflikte innerhalb der Partei noch lange nicht ausgelöst sind.






