250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Suse Rädel250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis von 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt zu bekämpfen. Zu ihren Vorschlägen gehören strengere Gesetze gegen sexuelle und digitale Gewalt – sie fordern die Regierung zu schnellem Handeln auf. Die Gruppe setzt sich zudem für ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps" ein, die ohne Zustimmung gefälschte explizite Bilder erzeugen.
Die Frauenkoalition verlangt umfassende Rechtsreformen. Ein zentrales Anliegen ist die Einführung von "Femizid" als eigenständiges Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Zudem soll das Prinzip der "ausdrücklichen Zustimmung" in die Sexualstrafrechtsreform aufgenommen werden – Schweigen oder Passivität dürfen demnach nicht länger als Einwilligung gelten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitaler Gewalt. Die Initiative fordert ein neues Gesetz, das nicht einvernehmliche Deepfake-Pornografie und andere Formen bildbasierter Gewalt unter Strafe stellt. Zudem verlangen sie eine schnellere Löschung schädlicher Inhalte im Netz sowie bessere Instrumente zur Identifizierung von Täter:innen.
Die Bundesregierung hat nun auf diese Forderungen reagiert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne für ein umfassendes Gesetz gegen digitale Gewalt an. Ein Entwurf, der im März 2026 vom Kabinett beraten werden soll, sieht Haftstrafen von bis zu zwei Jahren für die Erstellung oder Verbreitung sexualisierter Deepfakes vor. Der neue Straftatbestand (§ 184k StGB) soll auch unerlaubte intime Aufnahmen und sogenannte "Revenge Porn" erfassen. Dieser Schritt folgt auf viel beachtete Fälle, darunter jenem von Collien Fernandes, und erfüllt damit Koalitionsversprechen zur Reform der Cyberkriminalitätsgesetze.
Das geplante Gesetz ist ein wichtiger Schritt, um Lücken im deutschen Rechtssystem bei digitaler und sexualisierter Gewalt zu schließen. Bei Verabschiedung würde es schärfere Strafen für bildbasierte Gewalt und Deepfake-Delikte einführen. Die Reaktion der Regierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck für besseren Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt weiter wächst.






